Der Schritt in den Nationalmannschaftshandball
Im Oktober 2020 übernahm ich das Traineramt bei der Handballnationalmannschaft Bahrains. Nach vielen Jahren im deutschen Vereinshandball war das eine neue berufliche Aufgabe. Eine Nationalmannschaft zu führen, eröffnet einen anderen Arbeitsrahmen und bringt eigene Anforderungen mit sich.
Sportlich war die Ausgangslage interessant. Bahrain hatte sich bereits für die Weltmeisterschaft und für die Olympischen Spiele qualifiziert. Diese Erfolge hatte die Mannschaft vor meiner Verpflichtung erreicht. Meine Aufgabe sollte es sein, auf dieser Grundlage weiterzuarbeiten und das Team auf die kommenden Turniere vorzubereiten.
Große Turniere als gemeinsames Ziel
Die Aussicht auf internationale Wettbewerbe machte die Aufgabe besonders reizvoll. Als Spieler hatte ich 1984 selbst an Olympischen Spielen teilgenommen und mit der deutschen Mannschaft Silber gewonnen. Nun eröffnete sich die Möglichkeit, ein solches Turnier aus der Perspektive eines Trainers zu erleben.
Zwischen einer Spielerlaufbahn und der Arbeit als Nationaltrainer liegen unterschiedliche Verantwortungen. Ein Trainer muss die verfügbaren Spieler zusammenführen, einen sportlichen Plan entwickeln und die Vorbereitung auf einen bestimmten Zeitpunkt ausrichten. Für mich war Bahrain deshalb eine Gelegenheit, meine langjährige Erfahrung in einen neuen Zusammenhang einzubringen.
Eine kurze Zusammenarbeit
Die Tätigkeit entwickelte sich zeitlich anders als ursprünglich vorgesehen. Bereits im November 2020 endete meine Arbeit in Bahrain nach wenigen Wochen. Die geplante Begleitung der Mannschaft zu den großen Turnieren kam deshalb nicht zustande.
Damit blieb diese Station deutlich kürzer als viele meiner Aufgaben im Vereinshandball. Zu einer vollständigen Darstellung meiner Laufbahn gehört auch dieses frühe Ende. Die Verpflichtung und die damit verbundenen Ziele sind ein Teil der Geschichte; die kurze tatsächliche Dauer ist ein ebenso wichtiger Teil.
Eine Station im besonderen Jahr 2020
Die Zusammenarbeit fiel in die Corona-Pandemie. Der internationale Sport war damals von Verschiebungen, Einschränkungen und großer Unsicherheit geprägt. Auch die Olympischen Spiele waren auf das folgende Jahr verlegt worden.
Bahrain gehört zu den Stationen, die meine Trainerlaufbahn international erweitert haben. Zugleich zeigt dieser Abschnitt, dass sich berufliche Vorhaben nicht immer wie geplant entwickeln. Wenn ich auf meinen Weg zurückblicke, gehören lange erfolgreiche Arbeitsphasen und kurze Engagements gleichermaßen dazu. Sie machen einen Lebenslauf vollständig und helfen, Erfahrungen ehrlich einzuordnen.