Ein neues Buch mit einem anderen Blick
Als 2009 unser erstes Buch erschien, lagen Diagnose und Operationen erst kurze Zeit zurück. Damals ging es vor allem darum, die Erkrankung zu verstehen und die Behandlung zu verarbeiten. Für unser zweites Buch konnten wir auf viele weitere Jahre zurückblicken.
2020 veröffentlichten wir gemeinsam mit Udo Ludwig „Hurra, dass wir noch leben!“. Der Titel drückt die Freude darüber aus, dass unser Leben nach der schweren Zeit weiterging. Zugleich eröffnet das Buch einen Blick auf Fragen, die sich erst mit etwas Abstand stellen: Was bleibt von einer Krebserkrankung? Welche Veränderungen begleiten einen dauerhaft? Und wie entwickelt sich der Alltag weiter?
Das Leben nach dem Ausnahmezustand
Nach einer Behandlung kehrt vieles zurück, das vorher selbstverständlich war. Berufliche Aufgaben werden wieder wichtig, private Pläne entstehen und der Kalender füllt sich. Trotzdem lässt sich eine schwere Erkrankung nicht einfach aus der eigenen Geschichte streichen.
Deshalb wollten wir im zweiten Buch auch von der Zeit danach erzählen. Dazu gehören persönliche Entwicklungen ebenso wie Erfahrungen aus unseren Berufen. Der Handball und das Musikmanagement blieben wichtige Teile unseres Lebens. Gleichzeitig hatten wir einen zusätzlichen Blick auf Gesundheit, Lebenszeit und die eigenen Bedürfnisse gewonnen.
Diese Verbindung war uns wichtig. Menschen mit einer Krebsdiagnose bleiben Menschen mit Interessen, Beziehungen und Zukunftsplänen. Ihre Geschichte besteht aus deutlich mehr als Untersuchungen und Befunden. Unser Buch sollte auch diese Seite zeigen und vom Leben erzählen, das nach der Behandlung wieder Raum bekommt.
Mit Abstand auf Veränderungen schauen
Ein zweites Buch bot uns die Möglichkeit, frühere Erfahrungen neu einzuordnen. Manche Fragen ließen sich erst nach Jahren beantworten. Andere bekamen durch neue Lebenssituationen eine andere Bedeutung.
Wir berichten dabei auch über persönliche Themen, die nach einer Prostataoperation wichtig bleiben können. Dazu zählen körperliche Veränderungen und der Umgang mit der eigenen Sexualität. Solche Erfahrungen verschwinden nicht automatisch aus dem Alltag, nur weil die Behandlung länger zurückliegt.
„Hurra, dass wir noch leben!“ ist deshalb eine Fortsetzung mit einem eigenen Schwerpunkt. Wir erzählen davon, wie das Leben weiterwächst und wie sich der Blick auf die Vergangenheit verändert. Für Betroffene und Angehörige kann gerade diese längere Perspektive hilfreich sein: Sie zeigt, dass es nach der akuten Krankheitsphase noch viel zu erzählen gibt.