Aus einem persönlichen Schicksal wurde eine öffentliche Aufgabe
Als wir 2009 an Prostatakrebs erkrankten, beschäftigten wir uns zunächst mit unserer eigenen Situation. Wir mussten Untersuchungen verstehen, Behandlungen organisieren und mit unseren Sorgen umgehen. Die spätere Rolle als Botschafter für Männergesundheit war damals noch kein fertiger Plan.
Durch unsere ersten öffentlichen Gespräche merkten wir, dass unsere Geschichte andere Menschen erreichte. Aus dem einzelnen Auftritt entstand ein dauerhaftes Engagement. Zehn Jahre später konnten wir auf eine Zeit zurückblicken, in der urologische Aufklärung zu einer wichtigen gemeinsamen Aufgabe geworden war.
Warum wir als „Prostatapaten“ darüber sprechen
Der Begriff „Prostatapaten“ beschreibt unseren persönlichen Zugang. Wir kennen die Erkrankung als Betroffene und können erzählen, welche Fragen uns selbst beschäftigt haben. Dadurch bekommt ein Thema ein Gesicht, über das manche Menschen sonst nur ungern sprechen.
Unsere Bekanntheit aus dem Handball half dabei, Aufmerksamkeit zu schaffen. Wer uns zunächst als Sportler kannte, begegnete nun auch unserer Krankheitsgeschichte. Diese Verbindung eröffnet Gespräche mit Menschen, die sich vielleicht bislang wenig mit ihrer eigenen urologischen Gesundheit beschäftigt hatten.
Dabei war uns ein direkter und verständlicher Austausch wichtig. Niemand muss die passenden Fachbegriffe kennen, um Fragen stellen zu dürfen. Gerade bei persönlichen Themen kann ein offenes Gespräch ein erster Schritt sein, sich genauer zu informieren.
Gemeinsam mit medizinischen Fachverbänden
Unser Engagement führte uns auch zur Kampagne „Für alle. Für jeden. Für uns. Die Urologie.“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie und des Berufsverbands der Deutschen Urologen. Als Gesichter der Kampagne unterstützten wir die öffentliche Aufklärung.
Die Zusammenarbeit verbindet unterschiedliche Stärken. Fachleute bringen medizinisches Wissen ein. Wir ergänzen die Perspektive von Menschen, die selbst eine Diagnose erhalten und eine Behandlung erlebt haben. So lassen sich Informationen und persönliche Erfahrungen verständlich miteinander verbinden.
Was die ersten zehn Jahre geprägt hat
2019 waren wir erneut bei „Markus Lanz“ zu Gast und sprachen über unser Leben nach der Erkrankung. Solche Auftritte boten Gelegenheit, auch nach Jahren auf das Thema zurückzukommen.
Für uns lag darin eine wichtige Aufgabe: Aufmerksamkeit muss immer wieder neu entstehen. Menschen befinden sich in unterschiedlichen Lebensphasen und stellen ihre Fragen zu verschiedenen Zeitpunkten. Zehn Jahre Engagement bedeuteten deshalb, ansprechbar zu bleiben, Erfahrungen weiterzugeben und urologische Gesundheit regelmäßig ins öffentliche Gespräch zu bringen.