Diagnose Prostatakrebs: Als unser Leben plötzlich stillstand

Studioaufnahme einer Talkshow: vier Männer sitzen in Sesseln um einen niedrigen Tisch, Zuschauertribüne im Hintergrund, Bildschirm mit Sendungslogo sichtbar.

Eine Nachricht, auf die wir nicht vorbereitet waren

2009 waren wir 47 Jahre alt und standen mitten im Berufsleben. Michael arbeitete als Handballtrainer, Uli als Musikmanager. Unser Alltag war voll mit Terminen, Entscheidungen und Verantwortung. Dann bekam zunächst Michael die Diagnose Prostatakrebs. Wenig später stand fest, dass auch Uli betroffen war. Innerhalb kurzer Zeit mussten wir beide uns mit einer Krankheit beschäftigen, die unsere bisherigen Pläne in den Hintergrund rückte.

Wir hatten viele Jahre Leistungssport hinter uns. Wir kannten Verletzungen, körperliche Belastungen und den Weg zurück nach einer Pause. Eine Krebsdiagnose war trotzdem etwas völlig anderes. Plötzlich ging es um die eigene Zukunft und um Fragen, auf die wir keine schnellen Antworten hatten.

Als Brüder verbunden, als Patienten jeder für sich

Dass wir beide betroffen waren, machte diese Zeit besonders. Wir konnten Erfahrungen austauschen und verstanden vieles, ohne es lange erklären zu müssen. Gleichzeitig blieb jeder von uns ein eigener Mensch mit persönlichen Sorgen. Die Erkrankung des anderen kam zur eigenen Belastung hinzu.

Beide wurden wir in der Hamburger Martini-Klinik operiert. Danach folgten Erholung, Rehabilitation und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Aus dem gewohnten beruflichen Tempo mussten wir herausfinden. Gesundheit ließ sich nicht einfach zwischen zwei Termine schieben. Sie brauchte Zeit und unsere ganze Aufmerksamkeit.

Auch die möglichen Folgen der Behandlung beschäftigten uns. Was würde sich körperlich verändern? Wie würde die Rückkehr in den Alltag gelingen? Und wie sollten wir mit der Unsicherheit umgehen, die nach einer Operation zunächst bleibt?

Lernen, Hilfe anzunehmen

Unsere Erfahrungen aus dem Sport halfen uns dabei, Aufgaben Schritt für Schritt anzugehen. Wir waren es gewohnt, uns vorzubereiten und an einer Entwicklung dranzubleiben. Gleichzeitig mussten wir akzeptieren, dass wir den Verlauf einer Erkrankung nicht allein bestimmen konnten.

Ärzte, Pflegekräfte und Menschen aus unserem persönlichen Umfeld wurden zu wichtigen Begleitern. Hilfe anzunehmen gehörte genauso dazu wie der eigene Wunsch, wieder gesund zu werden.

Heute ist diese Zeit ein fester Teil unserer Lebensgeschichte. Sie hat unseren Blick auf den eigenen Körper verändert und uns gezeigt, wie schnell sich Prioritäten verschieben können. Aus zwei Männern, die beruflich viel Verantwortung trugen, wurden zwei Patienten, die Orientierung suchten. Diese Erfahrung haben wir nie vergessen.

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